Die Bedeutung des spirituellen Tourismus im Christentum

Begriffsabgrenzungen zum spirtuellen Tourismus

Die Begriffe „spirituell“ und „Tourismus“ scheinen auf den ersten Blick unvereinbar. „Tourismus“ als Wirtschaftswissenschaft mit materieller Ausrichtung auf der einen Seite, und „spirituell“ als Inbegriff immaterieller, geistiger Inhalte auf der anderen Seite ein Spagat zwischen weltlichen und kirchlichen Wertvorstellungen.

- Spiritualität ist die vom Menschen gelebte Transzendenz, die mit dem persönlichen Glauben, im Sinne geistiger Orientierung, in Verbindung steht. Dabei haben Religions- und Konfessionszugehörigkeit keine Bedeutung.
- Religiosität ist konkreter als Spiritualität und ist als ein spirituelles Bekenntnis zu einer Religion bzw. Glaubensgemeinschaft zu verstehen.

Bringt man die Begriffe „Tourismus“ und „spirituell“ in Konnexion, zeigt sich, dass sie doch nicht so unvereinbar sind, wie es anfänglich scheint.

Spiritueller Tourismus umfasst die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der spirituell motivierten Reise und dem Aufenthalt an einem mit Religion in Zusammenhang stehenden Ort von spirituell - nicht zwangsläufig religiös - motivierten Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächlicher und dauernder Wohn- noch Arbeitsort ist.

Häufig verwendete Begriffe im Zusammenhang mit dem spirituellen Tourismus sind „Selbstfindung“, „Sinnsuche“ und „geistige Reise“. Aus philosophischer und religiöser Sicht gilt das ganze Leben als eine Reise auf der immerwährenden Suche nach dem Selbst und dem Sinn des Lebens. Spiritueller Tourismus bietet folglich die Schnittstelle zwischen psychischem und physischem Reisen. [1]

QUELLE 2008
  • [1] Cora Prünsten, 13.08.2008, Diplomarbeit HS Harz, Ausgewählte Aspekte des spirituellen Tourismus am Beispiel der Lutherstadt Wittenberg, Begriffsabgrenzungen zum spirituellen Tourismus S. 3 bis 5